Die Nacht dazwischen

Keine Ahnung was ich tun soll. 8 Stunden zwischen der Arbeit  – der Großteil zum Schlafen – und trotzdem würde ich gerne reden. Niemand da. Nur der Fernseher, mein Bett und eine Schüssel Cornflakes. Ein Freitagabend wie man ihn nicht haben will. Müde, ausgelaugt und zu viele Gedanken im Kopf um schlafen zu können.

Einfach besch….eiden

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Ich laufe (und doch wird es nie weit genug sein…)

Wieso bist du heute gekommen? Ich hatte meinen Frieden geschlossen gehabt – zumindest  dachte ich das. Du überraschend gut gelaunt und offenherzig, hast mich überrumpelt. Ich tat gefasst und reserviert. Hast du es mir geglaubt? Das Feuer in mir wurde erneut entfacht. Fragen bohrten sich in meinen Schädel. Ich hab dich  fortgeschickt unter dem Vorwand ich hätte noch etwas vor…

Deine Nähe tut mir nicht gut, weil es kein gutes Ende nimmt – doch das Herz hört nicht auf zu glauben. Die tiefste Arktis, die entfernteste Wüste. Wohin muss ich, um Erlösung zu finden? Ich würde laufen bis mein Körper aufgibt, bis jeder Atemzug wie ein endloser Strom des Schmerzes meine Kehle heruntergleiten würde – nur damit es endlich darum geschehen wäre…

 

Ich hielt alles Glück in meinen Händen, zumindest war’s zum Greifen nah
und beim Versuch das Blatt zu wenden, wieder kein Glück gehabt
Man sagt, dass alles Glück dieser Welt vor unseren Augen liegt
doch wie oft täuscht man sich in dem, was man mit den Augen sieht

Ich laufe, ich laufe davon
Ich laufe so schnell und so weit ich kann
Und erst, wenn ich nichts mehr spüren kann
Erst, wenn ich nichts mehr spüren kann
Komm ich an

Mir fällt schwer zu unterscheiden, was Wahrheit und was Lüge ist
wenn der, der mich belügt, immer die Wahrheit spricht
Wir könnten uns wehren, wir beide, Du und ich
doch die Wahrheit ist, wir tun es nicht

Ich laufe, ich laufe davon
Ich laufe so schnell und so weit ich kann
Und erst, wenn ich nichts mehr spüren kann
Erst, wenn ich nichts mehr spüren kann
Komm ich an

Dass das alles hier nichts Wert ist
hätt ich wirklich nicht geglaubt
Wenn Du die Stimme in Deinem Herzen hörst
vielleicht hältst Du mich dann auf-vielleicht hältst Du mich dann auf

Ich laufe, ich laufe davon
Ich laufe so schnell und so weit ich kann
Und erst, wenn ich nichts mehr spüren kann
Erst, wenn ich nichts mehr spüren kann
Komm ich an


Ich zerstöre…

Ich zerstöre.

Ich zerstöre durch mein Tun, mein Denken, meine Worte, meine Absichten.

Ich zerstöre obwohl ich schaffen möchte, zerstöre was ich versuche zu erhalten.

Ich zerstöre alles was neben mir bestehen möchte.

Ich zerstöre die Hoffnung anderer, meine Hoffnung.

Die Natur, die mir innewohnt ist der Absicht erhaben.

Ich glaube nicht an Schicksal – doch scheint es an mich zu glauben.

Der Geruch von Rauch, Blut und Leid haftet an mir und alle können es riechen.

Dieses Leben, diesen Weg, habe ich mir nich ausgesucht.

Und doch ist es der, den ich auf ewig beschreiten werde.

Und selbst wenn diese Worte im Nichts erschallen mögen.

Ihr alle seit auf ewig in meinen Gedanken.


Der Traum

Fremde Stadt in der Sonne.

Ein warmes Gefühl auf der Haut.

Lebendige Farben umgarnen einen mit einem warmen Gefühl

Menschen die ausgelassen lachen.

 

Fremde Stadt in der Sonne.

Ein fremdes Mädchen.

Wir kennen uns nicht und doch ist ihre Seele mir offenbart.

Ein fast vergessenes Gefühl.

 

Fremdes Mädchen aus der fremden Stadt in der Sonne.

Ein kaltes Getränk in unseren Händen.

Dein Lächeln brennt heißer als dieser fremde Ort.

Meine Augen folgen den Bewegungen deiner schmalen Lippen.

 

Vertraute Seele aus der fremden Stadt in der Sonne.

Ich streiche durch dein Haar, dich umarmend.

Deine Augen haben mich gebannt, haben mich dir ausgeliefert.

Dem Kuss nahe ziehen sich unsere Lippen an.

 

Reales Bett im realen Zimmer im Hier.

Verwirrtheit und Unruhe bemannen mich, ehe ich mir der Situation bewusst werde.

Ein Faustschlag gegen den die Kahle Wand.

Der Schmerz ist wirklich, das Blut echt, sie war es nicht.

 

 

 


Das Gesicht hinter dem Lächeln

„Lach doch mal!“

Ich höre es, sehe sie, aber registriere es nicht. Eigentlich bin ich ganz weit weg. Das falsche Lied, ein falsches Bild, der falsche Moment – ich weis nicht, was es auslöst… Sie zerrt an meinem Arm, ich kehre zurück. Sie lächelt mich an, fragt ob ich zu viel getrunken hätte, ob es mir nicht gut ginge. Ich schüttle den Kopf, setze ein Lächeln auf. Mir fällt es schwer so zu lächeln, dass es glaubhaft aussieht.

Mein Feuerzeug hat mal wieder den Dienst quittiert. Ich gehe an die Bar und hole mir Streichhölzer. Raus in die kalte Nacht, wo der Wind einem den Frost in die Knochen treibt. Es sind minus zehn Grad, ich trage nur ein T-Shirt. Ich rauche, eine, zwei, drei. Verfluche mich selber, verfluche mich dafür immer an den gleichen Ort zurückzukehren. Mir schießen Tränen in die Augen.

„Reiß dich verdammt nochmal zusammen, Mann!“, denke ich mir immer und immer wieder. Ein Moment der Konzentration und es ist wieder im Griff. Ich setze meine Maske auf – ein Lächeln – und gehe wieder rein.


Das Gefühl der Straße

Ich laufe die schwarze Allee entlang.

Die Pfützen am Boden spiegeln die Lichter der Stadt wieder.

Es regnet wie aus Strömen.

Es macht mir nichts, beruhigt mich.

 

Für die anderen beginnt der Tag.

Für mich endet er.

Tag zur Nacht.

Nacht zum Tag.

 

Diese Stadt ist dreckig.

Voll Leid, Hass, Schmerz und Unmenschlichkeit.

Dunkle Gestalten, dick verpackt laufen umher.

An einer Straßenecke übergibt sich jemand.

 

Die Stadt gibt mir Frieden.

Das Laster ist meine warme Decke.

Denn selbst im dunkelsten Loch keimt die Hoffnung.

Der Regen wäscht mein Gesicht rein, meine Gefühle, mein Gewissen.

 

In meinem Ohr tönt leise Musik.

Der Herzschlag der Straße ist zu spüren.

An der Pforte ziehe ich meine Kopfhörer herunter und lächle.

Ich bin zu Hause.


Cicero

„Das Leben der Toten ruht in den Erinnerungen der Lebenden“ -Cicero

Ich denke oft an sie, das stimmt. Dieselben Geschichten spielen sich immer und immer wieder in meinem Kopf ab. Manchmal schafft es mir ein Lächeln auf die Lippen wenn ich an die alten Zeiten denke, manchmal – vor allem gegen Ende – ist es eine Tortur für die Seele. Dann übermannt mich die Machtlosigkeit von damals. Das Hoffen und Bangen das vergebens war.

Ich habe noch ein Zippo Feuerzeug von einem von ihnen. Es war ein Geschenk – ein Glücksbringer. Ich trage es meistens in meiner Hosentasche mit.

Die Opfer der Toten ebenen die Zukunft der noch kommenden. Kein Leben ohne Tod, kein Frieden ohne Krieg, kein Tag ohne die Nacht. Sie hinterlassen so viel – Frau, Kind, Haus, ein Unternehmen, Freunde, Hoffnung, Leid und vieles mehr.

Doch was hat Cicero genau gemeint? Ist das Leben der Toten verloren, wenn auch ich irgendwann verblasse und nur die Erinnerung eines anderen bleibe? Jaein. Die Geschichte vom Zippo wird vielleicht verloren, doch was bleibt ist kein Name, kein Gesicht – aber ein Vermächtnis, eine Ideologie, ein Vorbild oder ein Mahnmal. Der Drang es einem gleich zu tun oder Veränderung zu bewirken.

 

 

 


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